Ich kauf mein Fleisch beim Metzger – Politiker mit Rückrad!

Da fährt man mal nach Trier und verpasst beinahe das Desaster, dass die SPD gerade abgibt. Gestern im Zug von Trier nach Hamburg las ich in der Welt, dass Dagmar Metzger nicht für Ypsilanti stimmen will. Ich war begeistert. Als ich hier ankam und gleich weiter zum Stammtisch der JU Glinde/Oststeinbek fuhr hörte ich, dass Ypsilanti nun nicht mal mehr als Ministerpräsidentin antritt. Der Schritt ist vollkommen richtig! Wäre sie weiterhin angetreten und dann nicht gewählt worden hätte sie sich politisch beerdigt. Aber auch so hat ihre Person extrem Schaden genommen (Wie auch Kurt Beck und die gesamte SPD).

Nun wird sich überall gestritten ob diese Frau Metzger das Recht hat so mal eben die Spitzenkandidaten zu düpieren. Rein rechtlich hat diese Frau natürlich das Recht bei allen Fragen nach ihrem Gewissen zu entscheiden… aber darf sie das in einer solchen Situation wirklich tun? Ich finde sogar, dass sie es muss. Ich hätte mich auch gefreut, wenn es damals bei Schill ähnliche Regungen in der CDU gegeben hätte, aber da hatte die CDU vor der Wahl zumindest die Zusammenarbeit und eine Koalition nicht ausgeschlossen!

Das die SPD jetzt über einen Parteiausschluß diskutiert finde ich pervers. Über Hermann Scheer, SPD Vorstandsmitglied in Hessen und Schattenminister von Ypsilanti, liest man heute in der taz (ja ich guck auch mal bei der taz vorbei):

Zum Thema Parteiausschluss Metzgers sagte Scheer: „Es wird mit Sicherheit solche Bemühungen geben. Ich weiß nicht, welche Begründung dem widersprechen könnte.“ Er habe „null Verständnis“ für Metzger. „Es zur Gewissensfrage zu erklären, ob man die eigene Spitzenkandidatin wählt, geht zu weit. Das ist parteischädigend“, sagte Scheer.

Zur Erinnerung:

  • Die Wahlkampflinie der SPD war kein Stück mit den Linken!
  • Frau Metzger und ihre Familie haben das SED Regime in drastischer Weise zu spüren bekommen.
  • Metzger hat ihren Wahlkreis direkt gewonnen, steht also erst recht nicht in irgendeiner Schuld der SPD gegenüber!

Jetzt zeigt sie, dass sie Rückrad hat. Sie wird nicht dafür stimmen, wenn die SPD mit den Stimmen der SED eine Ministerpräsidentin wählt. Das ist ein vorbildliches Verhalten. Dagmar Metzger ist glaubwürdig und sie ist EHRLICH! Metzger informierte die Partei! Wenn man jetzt tatsächlich den Parteiausschluss durchsetzt ist das ein Armutszeugnis, dass seines Gleichen sucht. Und es wird in der SPD KEINER mehr aufstehen und sagen: „Ich mach da nicht mit!“ Zukünfitg werden solche „Abweichler“ einfach vorher und nachher schweigen. Wie in Schleswig-Holstein. Und wer weiß… vielleicht werden sie dann ja sogar Landesvorsitzender… übrings hat Stegner eine aktive Zusammenarbeit mit der LINKEN in der Kommunalpolitik nicht ausgeschlossen.

Die ganze Diskussion wird der SPD nicht nur Stimmen kosten, nein sie fördert auch die Politikverdrossenheit. Wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht. Bei Dagmar Metzger wird glauwürdiges und ehrliches Verhalten als „parteischädigend“ bezeichnet.

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